Vernetzte Mobilität:
Verkehr & Logistik der Zukunft

Vernetzte Mobilität – Connected Mobility – ist ein wichtiger Bestandteil zukünftiger Mobilität. Durch eine intelligente Vernetzung, konstanten Datenaustausch und umfassende Digitalisierung des gesamten Straßenverkehrs werden Verkehr und Logistik auf vielen Ebenen profitieren. Allen voran sorgen datenbasierte Lösungen für mehr Effizienz und Umweltschutz. Denn durch vernetzte Mobilitätssysteme können Staus vermieden, die Sicherheit auf den Straßen erhöht, der Reisekomfort gesteigert und nicht zuletzt die Schadstoffemissionen reduziert werden.

Definition: Vernetzte Mobilität

Vernetzte Mobilität (engl.: Connected Mobility) beschreibt die technologische Möglichkeit, dass verschiedene Verkehrsträger – z. B. Autos, Busse, Bahnen, LKWs, Schiffe – nahtlos miteinander kommunizieren und Verkehrsdaten in Echtzeit austauschen können.

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Gut zu wissen: Wenn alle Verkehrsteilnehmer im Mobilitätsnetzwerk miteinander kommunizieren, wird ein reibungsloser Verkehrsfluss sowie ein Transport ohne Verzögerungen möglich.

Was ändert vernetzte Mobilität?
Was wird besser?

Vernetzte Mobilitätskonzepte werden sich dort behaupten, wo viel Verkehr fließt, also in erster Linie in Städten und Metropolregionen. Da die meisten Städte und Metropolen weltweit vor nahezu denselben verkehrspolitischen Herausforderungen stehen, soll eine umfassende Vernetzung dazu beitragen, den Verkehr nachhaltiger und effizienter zu organisieren.

Konkret soll die Vernetzung der Verkehrsteilnehmer und -systeme u. a. folgende Verbesserungen beschleunigen:


  • Staus reduzieren
  • Unfallzahlen verringern
  • Individualverkehr begrenzen
  • Wartezeiten an Ampeln verkürzen
  • Grüne Wellen ermöglichen
  • CO₂ & Feinstaub reduzieren
  • Stop-and-Go-Verkehr vermeiden
  • Parkplatzsuche erleichtern 
  • ÖPNV-Angebote attraktiver machen
  • Logistische Fahrten beschleunigen
  • Lärm- & Geräuschpegel senken
  • Mehr grüne Zonen ermöglichen
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Gut zu wissen: Sind alle zugänglichen Verkehrsmittel ÖPNV, Leihräder, E-Scooter, Leihautos usw.  miteinander vernetzt und über eine App abrufbar, können Stadtbewohner flexibel von A nach B reisen, ohne dabei das private Auto nutzen zu müssen.

Wie erreicht man diese Ziele durch mehr Vernetzung?

Um die genannten (und andere) Ziele zu erreichen, werden bereits viele Technologien diskutiert, die eine nachhaltige und effiziente vernetzte Mobilität ermöglichen (sollen). Die 5 wichtigsten “Technologien” einer Connected Mobility stellen wir Ihnen im Folgenden kurz vor.

#1 Vernetzte Fahrzeuge

Die Vernetzung zwischen Fahrzeugen – z. B. die sogenannte Car-to-Car-Kommunikation – gilt vielen Experten als Voraussetzung für die Zukunft des autonomen Fahrens.

Schon heute können vernetzte Fahrzeuge den Verkehr positiv beeinflussen:

  • Autos bzw. Autokolonnen, die zeitgleich abbremsen und beschleunigen, erhöhen den Verkehrsfluss.
  • Vorausfahrende Fahrzeuge können andere Verkehrsteilnehmer in Echtzeit warnen – z. B. vor Hindernissen, Glatteis, usw. und so das Unfallrisiko minimieren.
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Gut zu wissen:  Derzeit sind FahrerInnen im Straßenverkehr auf sich allein gestellt. Fahrzeuge, die vernetzt sind und miteinander kommunizieren, ermöglichen dagegen ein koordiniertes Fahren – je nach Verkehr und Situation. So trägt vernetzte Mobilität schließlich zu weniger Staus, Unfällen, Stop-and-Go-Verkehr, Emissionen und mehr Verkehrsfluss bei.

#2 Vernetzte Verkehrssysteme

Zusätzlich wird die Vernetzung zwischen Fahrzeugen und Verkehrssystemen eine wichtige Rolle spielen, die sogenannte Car-to-X-Kommunikation. Zahlreiche Vorteile liegen auf der Hand, so z. B.  die Folgenden:

  • Ampeln, die mit Fahrzeugen kommunizieren, können die Wartezeiten um bis zu 40 % reduzieren und den Verkehrsfluss um bis zu 60 % steigern.
  • Automatische Systeme können die Einhaltung der Verkehrsregeln (Geschwindigkeiten, Abstände usw.) sehr effizient überwachen und somit zu mehr Sicherheit beitragen.
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Gut zu wissen:  Berufspendler stecken auf den stadteinwärts führenden Straßen oft viel länger im morgendlichen Stau, als sie müssten. Denn wenn digitale, vernetzte Verkehrssysteme – je nach aktueller Auslastung – zusätzliche Fahrspuren freigeben (bzw. schließen), kann der Verkehr reibungsloser fließen und sich flexibel an die jeweiligen Stoßzeiten anpassen.

#3 Smartes Parken

Modernes Parkraummanagement ist ein wichtiger Bestandteil einer vernetzten Mobilität in Städten. Derzeit entfallen bis zu 40 Prozent des Verkehrs in Städten allein auf die Suche nach einem Parkplatz. Diesbezüglich können vor allem Mobility Hubs dazu beitragen, das Parken organisiert dort zu ermöglichen, wo wirklich Platz ist – also außerhalb von Großstädten. 

Weniger parkende PKW bringen folgende Vorteile mit sich:

  • Es entstehen mehr Grünflächen oder öffentlich genutzte Orte (z. B. Cafés).
  • Es gibt mehr Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer.
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Gut zu wissen:  Selbst zu Stoßzeiten werden im Schnitt nur 10 % bis 15 % aller Fahrzeuge auf den Straßen genutzt. Das bedeutet, dass über 80 % aller Fahrzeuge in Städten ungenutzt stehen und damit wertvollen Platz beanspruchen, den Städte auch anders nutzen könnten – insofern ein modernes Parkraummanagement das zulässt.

#4 Autonomes Fahren

Autonome Fahrzeuge werden die Zukunft urbaner Mobilität sicherlich prägen, aber die Technologie wird noch Zeit brauchen, um sich zu behaupten. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Die Gesamtzahl der Fahrzeuge innerhalb einer Stadt würde sich enorm verringern – gemäß dem Motto “Nutzen-statt-Besitzen”
  2. Parken werden autonome Fahrzeuge außerhalb der Stadt, wodurch mehr Grünflächen, Fahrradwege usw. entstehen. 
  3. Das wichtigste Argument lautet: “mehr Sicherheit”, denn über 90 % aller Autounfälle sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.

Der Weg hin zum autonomen Fahren verläuft – so die landläufige Expertenmeinung – in mehreren Schritten. Die wichtigsten lauten wie folgt:

  1. Schritt: assistiertes Fahren (z. B. Park- oder Spurassistenten)
  2. Schritt: teilautomatisiertes Fahren (Hand bleibt am Lenker)
  3. Schritt: hochautomatisiertes Fahren (Freihandfahren eingeschränkt möglich)
  4. Schritt: autonomes Fahren (Fahrzeug fährt selbstständig)
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Gut zu wissen:  Eine weitere Grundvoraussetzung für selbstfahrende Autos bzw. automatisiertes Fahren ist eine verlässliche Infrastruktur. Dabei spielen moderne FahrbahnmarkierungenRoad Marking Systems genannt – eine Schlüsselrolle. Oder mit den Worten von Elon Musk: “Wir brauchen wirklich bessere Fahrbahnmarkierungen.”

#5 Mobility as a Service & Mikromobilität

Es gibt viele gute Gründe, warum sich Mobility as a Service (Maas) in Zukunft durchsetzen wird – insbesondere in Großstädten und Metropolregionen. Um ein flexibles und bequemes Reisen zu ermöglichen – ohne den PKW nutzen zu müssen – orientieren sich solche Service-Angebote immer am Kundenbedarf und integrieren dabei viele Möglichkeiten, um vorwärtszukommen, so z. B.:

  • ÖPNV (Bus, Bahn, U-Bahn, Trambahn, Seilbahnen etc.)
  • (E-)Bike-Sharing
  • Flugtaxis, Drohnen, Helikopter etc. (Zukunftsszenario)
  • Taxis, Ride-Hailing-, Ridepooling-, Car-Sharing- oder Shuttle-Dienste
  • E-Scooter-Sharing
  • Schiffe und Fähren (wenn Flüsse und Seen in der Stadt)
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Gut zu wissen:  Das oberste Ziel von MaaS sind maßgeschneiderte Mobilitätsangebote für die individuellen Bedürfnisse der Stadtbewohner. Das betrifft auch Fahrzeuge der Mikromobilität (E-Scooter), denn eine angenehme Reisemöglichkeit für den letzten Meter (zur Haustür), ist oft das schlagende Argument, um (dauerhaft oder teilweise) auf den PKW zu verzichten.

Fazit: Vernetzte Mobilität

Vernetzte Mobilität bietet Lösungen für einen Trend, den wir weltweit beobachten – nämlich dass die Mehrheit der Menschen heute in Großstädten lebt – Tendenz steigend. Laut offiziellen Prognosen der Vereinten Nationen könnten bereits 2050 bis zu 70 Prozent aller Menschen in Städten leben. 

Die aktuelle Mobilität in Städten basiert aber größtenteils auf Individualverkehr und fossilen Brennstoffen, abgesehen von (noch zu) wenigen Ausnahmen. Beides zusammen ist weder effizient noch ökologisch sinnvoll. 

Doch so wie sich das Generationendenken gerade verändert (Stichwort: Fridays for Future), entwickeln sich Technologien weiter und die Akzeptanz für innovative (geteilte) Lösungen steigt – beides eine Grundvoraussetzung, damit sich vernetzte Mobilitätskonzepte durchsetzen.


Last but not least: Die Mobilität der Zukunft wird vernetzt sein: Das richtige Fahrzeug am richtigen Ort für den jeweiligen individuellen Bedarf zu finden, wird mithilfe einer umfassenden Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer & -systeme möglich und bietet echte nachhaltige Alternativen zum Individualverkehr.

FAQs – Häufige Kundenfragen kurz erklärt