Leistung, weit über 12 Millionen Überrollungen hinaus

Gute Sichtbarkeit von Fahrbahnmarkierungen ist essenziell – und das auch auf lange Sicht. Nur Markierungen, die von Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden, erhöhen die Verkehrssicherheit. Viele Markierungssysteme punkten mit ausreichend hohen Anfangswerten, doch nur wenige können unter hoher Verkehrsbelastung über längere Zeiträume hinweg wirklich performen. Diese verlässliche Sichtbarkeit bemisst sich nicht bloß in Monaten, sondern in Millionen von Reifenüberrollungen.


12 Millionen Überrollungen: ein neues Level

SWARCO wollte es dementsprechend genau wissen: An der Rundlaufprüfanlage (RPA) der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Deutschland unterzog man ein SWARCO-Markierungssystem einem echten Härtetest. Konkret wurde SWARCOPLAST G601, ein MMA-basiertes Kaltplastiksystem mit SWARCO SOLIDPLUS-Reflexglasperlen, auf seine Sichtbarkeit geprüft – und dabei ging man weit über die aktuell höchsten Anforderungen von 4 Millionen Reifenüberrollungen hinaus. Es wurden gleich dreimal so viele Überrollungen simuliert!

Das erfreuliche Ergebnis: Selbst nach 12 Millionen simulierten Überrollungen bleiben die Retroreflexionswerte deutlich über den geforderten Werten für die höchsten Klassen der EN 1436 – und das sowohl als Agglomerat-Markierung als auch als Vollstrich! Damit stößt das MMA-basierte System in einen neuen Bereich vor. Das betont auch Mario Nöllge, Geschäftsführer am SWARCO-Standort in Diez: „Eine derart exzellente Langzeitperformance wurde bislang von keinem anderen Markierungssystem dieser Art erreicht. Das liegt vor allem an den Premix-Glasperlen, die erstmals in einem Kaltplastik-Vollstrichsystem über einen so langen Zeitraum hinweg exzellente Retroreflexion liefern.“ Im Detail ergeben die Messungen bei einer 3-mm-Vollstrichmarkierung folgendes Bild:



Initial4 Mio12 Mio
RL [mcd * m² * lx^-1] 909547354
RW [mcd * m² * lx^-1] 14849147


Konstante Performance

Warum bleiben die Werte so hoch? Kurz gesagt: weil Markierungsmaterial und Mikroglasperlen systematisch zusammenarbeiten und eine High-Performance-Markierung ergeben. SWARCOPLAST G601 liefert mit hohem Weißgrad eine hochsolide Grundlage. Bereits die Drop-on-Perlen bleiben lange stabil in der MMA-Kaltplastik eingebettet. Der schonende Verschleiß ermöglicht, dass die im Material befindlichen Premix-Perlen im Laufe der Zeit ohne Schaden freigefahren werden. All das führt zu einer dauerhaften Retroreflexion – selbst bei hoher Verkehrslast oder mechanischen Einwirkungen durch den Winterdienst.

Mario Nöllge streicht dabei die Bedeutung der Produktqualität hervor: „Um solche Retroreflexionswerte nach so vielen Überrollungen erreichen zu können, braucht es hochwertige Rohstoffe: vom Methacrylatharz über Titandioxidpigment bis hin zu unseren SWARCO SOLIDPLUS-Glasperlen.“

Die angesprochenen SWARCO SOLIDPLUS-Reflexglasperlen zeichnen sich dank ihrer speziell entwickelten Glaszusammensetzung zudem durch außergewöhnlich hohe Robustheit aus. Zahlreiche Praxisbewährungen haben bereits gezeigt, dass die Premium-Reflexglasperlen mechanischen Beanspruchungen deutlich besser gewachsen sind als Standardglasperlen. In Kombination mit den anderen hochwertigen Systemkomponenten (MMA-Bindemittel, Titandioxid etc.) kann die Rückstrahlkraft langfristig auf hohem Niveau gehalten werden.

Warum gleichbleibende Sichtbarkeit wichtig ist

Langfristiger Sicherheitsnutzen entsteht durch Konstanz, nicht nur durch Spitzenwerte – und genau das untermauern die ermittelten Messwerte. Regelwerke – etwa das Manual on Uniform Traffic Control Devices (MUTCD) in den USA – definieren Mindestwerte. Im konkreten Fall des MUTCD einen RL-Wert von 50 bzw. 100 mcd/m²·lx – abhängig von der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit. Dazu geben Normen wie die EN 1436 einen klaren Überblick über die Leistungsfähigkeit von Markierungen. Dementsprechend halten Straßenbetreiber Ausschau nach hochwertigen Markierungen, die ein entsprechendes Niveau über lange Zeit hinweg und unter hohen Lasten zuverlässig erfüllen. Deshalb sind valide Daten wichtig, denn die SWARCOPLAST G601-Markierungen zeigen selbst nach massiver mechanischer Beanspruchung durch Millionen Überrollungen noch Reserven. Für Verantwortliche bedeutet dies die Möglichkeit von längeren Wartungsintervallen, planbaren Lebenszykluskosten, weniger Arbeitsstellen und geringeren Materialeinsatz – ohne Sicherheitskompromisse.

Und nun?

Die bisherigen Ergebnisse bestätigen eindrucksvoll, dass Markierungen aus SWARCOPLAST G601 mit SWARCO SOLIDPLUS-Glasperlentechnologie lange sichtbar bleiben. Für SWARCO Road Marking Systems ist dies jedoch keinesfalls das Ende des Weges: Wo andere zufrieden sind, wollen wir noch mehr verstehen, weiter testen und verbessern. Deshalb setzen wir die Untersuchungen konsequent fort – auch unter extremen Bedingungen und weit über 12 Millionen Überrollungen hinaus. Denn echte Verkehrssicherheit entsteht nicht durch Annahmen, sondern durch Wissen, Präzision und kontinuierliche Innovation.

FAQ

An der BAST wird langfristige Verkehrsbelastung unter kontrollierten Bedingungen simuliert. Prüfrollen befahren die Markierung wiederholt, um mechanischen Verschleiß nachzubilden. Während die höchste aktuelle Klasse nur 4 Millionen Überrollungen fordert, belegen die stabilen RL- und RW-Werte nach 12 Millionen Überrollungen, dass Sichtbarkeit weit in die Nutzungsdauer hinein erhalten bleibt. Das liefert belastbare Zahlen, ergänzt Feldversuche und unterstützt so die Instandhaltungsplanung. 

Reflexglasperlen werfen durch Retroreflexion das Scheinwerferlicht zurück zum Fahrer. Glasperlen mit einem höheren Brechungsindex (1,6–1,7) und einer abgestimmten Einbettungstiefe maximieren diesen Effekt. Die Leistung wird über RL (trocken) und RW (nass) in mcd/m²·lx gemessen. Hohe, stabile Werte stärken die Spurwahrnehmung, die Führung in Kurven und das vorausschauende Fahren an Knotenpunkten über längere Zeiträume. Das hilft, Lenk- und Bremsfehler zu reduzieren und erhöht so die Verkehrssicherheit, insbesondere bei Nacht. 

Bei Regen verschwinden die Fahrbahnmarkierungen samt ihren Reflexglasperlen unter der Wasseroberfläche. Dadurch kann das Licht nicht zurückreflektiert werden. Strukturierte Oberflächen von Fahrbahnmarkierungen erzeugen Mikrokanäle, um Wasser abfließen zu lassen, und halten die retroreflektierende Schicht an der Oberfläche. Ebenso können größere Glasperlen dabei helfen, dass Fahrbahnmarkierungen bei nassen Verhältnissen besser sichtbar bleiben. 

Sie balancieren mechanische Robustheit und optische Effizienz auf hohem Niveau. Dafür benötigt es widerstandsfähige Materialien, Premium-Reflexglasperlen sowie abgestimmte Oberflächenbehandlungen für eine optimale Einbettung der Glasperlen. Texturen an der Markierungsoberfläche ermöglichen zusätzlich eine Drainagewirkung. Durch die Verwendung hochwertiger Materialien zeigt sich der wesentliche Unterschied im Laufe der Zeit: RL- und RW-Werte bleiben länger über den geforderten Normwerten. Dementsprechend können Wartungszyklen verlängert werden – bei konstant hoher Verkehrssicherheit. 

Diese Premium-Reflexglasperlen bestehen aus einer speziell entwickelten Glasrezeptur. Dadurch kombinieren sie einen hohen Brechungsindex mit besonderer Robustheit. Dies ermöglicht exzellente Retroreflexionswerte und reduziert den Perlenverlust bei hoher Verkehrsbelastung. Ein doppeltes Plus hinsichtlich der langfristigen Sichtbarkeit von Markierungen. 

Nicht unbedingt. Hohe Anfangswerte bei  RL- und RW sind wichtig, entscheidend ist jedoch, diese auch unter permanenter Verkehrsbelastung und Witterung beizubehalten. Systeme, die über Standardanforderungen hinaus geprüft sind und entsprechende Daten (etwa durch Labor- oder Feldversuche) vorweisen können, bieten eine verlässlichere Grundlage für Betriebs- und Wartungsentscheidungen. 

Konstante Sichtbarkeit verlängert die Wartungs- und Instandsetzungsintervalle und senkt Unfallrisiken. Längere Wartungsintervalle bedeuten weniger Arbeitsstellen, geringere Lebenszykluskosten und einen reduzierten Materialbedarf. Das verbessert die Planbarkeit und die Umweltbilanz.