Female Technology Leadership

Ein Projektgewinn im Ausland bedeutet häufig, dass Projektleiter:innen ihre gewöhnliche Arbeitsumgebung verlassen und vorübergehend an einen neuen Standort umziehen müssen. Als Teil unserer Employer-Branding-Initiative führten wir einen Chat mit Christina G., die das SWARCO-MyCity-Projekt in der französischen Hauptstadt Paris leitet. 

Wer ist Ihr „normaler“ Arbeitgeber und was ist dort Ihre Aufgabe?

Ich bin bei SWARCO Italia...

in Turin beschäftigt. Dort arbeite ich als Projektmanagerin im Bereich urban traffic division (Stadtverkehr) und verwalte verschiedene Arten von Projekten in Bezug auf Dauer, Wirtschaftlichkeit und Komplexität, die sowohl in europäischen als auch in außereuropäischen Regionen umgesetzt werden. Meine Ziele im täglichen Leben sind vor allem das Erreichen der Projektziele mit meinem Team, die Sicherstellung der Einhaltung der vereinbarten Kosten, des Zeitrahmens und der Qualität sowie das Erreichen der Kundenzufriedenheit.

Seit wann arbeiten Sie bei SWARCO?

Seit meinem ersten Tag bei SWARCO im Jahr 2019...

... sind drei Jahre vergangen. In dieser Zeit lernte ich zunächst meine Kolleg:innen in Turin kennen und arbeitete nach und nach bei verschiedenen Projekten mit anderen SWARCO-Unternehmen zusammen. Ich schätze die Internationalität des Unternehmens sehr und genieße die Möglichkeit, Herausforderungen als Teil eines multikulturellen Teams zu meistern

Was haben Sie vorher gemacht?

Bevor ich mein Abenteuer bei SWARCO begann,...

... habe ich mein Ingenieurstudium in Turin an der Polytechnischen Universität abgeschlossen. Während meines Studiums war ich Gaststudentin an der Koç-Universität in Istanbul und verbrachte einige Monate mit Forschungsaufenthalten in Großbritannien. Später sammelte ich internationale Berufserfahrung, bevor ich zu SWARCO kam.

Warum wurden Sie als Projektleiterin unseres Verkehrsmanagementprojekts in Paris ausgewählt?

Der Grund für die Auswahl als...

... Projektmanager für das Pariser Projekt ist eine Kombination aus meiner vorherigen Berufserfahrung, meiner Fachkenntnis und der Fähigkeit, in der notwendigen Projektsprache zu kommunizieren. Insbesondere die Gelegenheit, an einem hochkomplexen Projekt wie dem in Doha in Katar im Hinblick auf die Fußballweltmeisterschaft 2022 zu arbeiten, ermöglichte es mir, die Erfahrungen und Fähigkeiten zu sammeln, die für die Leitung des Pariser Projekts erforderlich sind.

Welche Fähigkeiten brauchen Sie in dieser Rolle besonders?

Neben den klassischen Skills...

... des Projektmanagements wie Planung, Kosten-, Qualitäts-, Risiko- und Budgetmanagement erfordert das Projekt besondere Fähigkeiten zur Führung des Teams in einem komplexen Umfeld.


Beim Pariser Projekt liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Sicherstellung der Koordination und der Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Projektmitgliedern. Tatsächlich sind an der Umsetzung des Projekts mehrere Arbeitsgruppen innerhalb von SWARCO beteiligt, insbesondere die deutsche Gruppe aus dem SWARCO Solution Center (SSC) in Berlin und die italienische Gruppe aus Turin in Zusammenarbeit mit dem französischen Kernteam aus Paris.


Es ist für mich unerlässlich, den Kontakt zwischen unserer weit verbreiteten Arbeitsgruppe, den Interessengruppen des Projektkonsortiums und dem Endkunden herzustellen und gleichzeitig einen guten Kommunikationsfluss sicherzustellen. Die besondere Herausforderung ist dabei, zum ersten Mal mit einem französischsprachigen Kunden zusammenzuarbeiten.

Wer sind Ihre Kooperationspartner?

Unser Endkunde ist die Stadt Paris,...

aber unser Auftragnehmer ist CiELiS, das Konsortium der großen französischen Industrieunternehmen Citelum und Eiffage, das für das Projekt gegründet wurde und für die Ampeln und das Beleuchtungsmanagement der französischen Hauptstadt verantwortlich ist. Innerhalb des Konsortiums gibt es verschiedene Akteure wie Accenture für das Programmmanagement, THALES, mit dem wir für die Cybersicherheit zusammenarbeiten, und Citégestion für das Wartungsthema.

Zusätzlich sind mehrere interne Unternehmen der SWARCO-Gruppe an dem Projekt beteiligt und tragen wesentlich zur Umsetzung bei. Das Team, das den Kern der neuen Verkehrsmanagementsystem-Suite MyCity implementieren wird, wird aus dem SSC in Berlin kommen, während SWARCO Italia hauptsächlich für die Entwicklung der externen Schnittstellen und das Projektmanagement verantwortlich sein wird.

Ein Teil des Projektteams, bestehend aus Systemdesigner:innen, sitzt in Paris und befasst sich mit dem Management der Anforderungen, also der Definition der Spezifikationen des neuen Systems zusammen mit dem Kunden. Schließlich leistet die Innovationsgruppe von SWARCO einen wichtigen Beitrag, insbesondere im Hinblick auf die Funktionalitäten, die die Olympischen Spiele 2024 betreffen werden. Das Pariser Projekt ist daher ein Mosaik von Stakeholdern, deren gegenseitiger Beitrag wesentlich sein wird, um das Projektziel zu vervollständigen.

Wie leben Sie in Paris?

Paris ist eine sehr charmante Stadt.

Normalerweise verbringe ich 70 Prozent meiner Zeit in Paris, was bedeutet, dass ich etwa 3–4 Tage pro Woche vor Ort bin. Von Turin, der Stadt, in der ich lebe, kann ich Paris leicht mit dem Flugzeug erreichen, aber ich nutze normalerweise den Hochgeschwindigkeitszug (TGV), der ungefähr 5,5 Stunden benötigt und es mir ermöglicht, in dieser Zeit zu arbeiten und die Reise stressfreier und umweltfreundlicher zu gestalten. Mein Büro befindet sich in der CiELiS-Zentrale im Viertel Montparnasse in einem dreistöckigen Gebäude, während sich der Kontrollraum (PC Lutèce) im Stadtzentrum auf der Ile de la Cité befindet, wo fast alle Besprechungen mit dem Kunden stattfinden. 

Was ist der Zweck des Pariser Projekts?

In den vergangenen Jahren...

hat die französische Hauptstadt unter der Leitung von Bürgermeisterin Anne Hidalgo einschneidende Maßnahmen ergriffen, um Paris grüner zu machen, Staus zu bekämpfen und die Luftverschmutzung zu verringern. Eingeschränkter Zugang für Autos in die Innenstadt, eine drastische Reduzierung von Parkplätzen, eine Erweiterung des Radwegenetzes auf 1000 Kilometer bis 2024 und die Rückgabe der berühmten Champs-Elysées an die Fußgänger:innen durch die Reduzierung der Fahrspuren für den Autoverkehr sind einige Eckpfeiler der grünen Agenda von Paris.

Einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduktion und zum Energieverbrauch leistet die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung der 10-Millionen-Einwohner-Metropole auf LED-Technik. Der Auftrag dafür wurde an CiELiS und SWARCO als Subunternehmer vergeben und hat auch das Ziel, das Verkehrsmanagement in Paris im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2024 zu modernisieren.

Merci beaucoup, Christina, für diese interessanten Einblicke.