sujet

GRÜNE WELLE FÜR OBERHAUSEN

12.09.2017

Die Mülheimer Straße in Oberhausen ist nicht nur die Hauptmagistrale der Stadt, sondern dient zeitweise auch als Abkürzung zwischen den Autobahnen A40 und A3. In der Folge bricht der Verkehrsfluss bzw. die Koordinierung bei hoher Belastung zusammen. Die Leistungsfähigkeit der Mülheimer Straße ist in diesen Situationen wesentlich geringer als ihre theoretische maximale Kapazität.

Das aktuelle Pilotprojekt „Mülheimer Str.“ integriert die Steuerungen der einzelnen Lichtsignalanlagen mit einer Gesamtsystemsteuerung, um den Verkehrsfluss zu optimieren. Dabei werden in der Pilotphase 1a elf Anlagen und in der Phase 1b zwölf Anlagen verkehrstechnisch und gerätetechnisch auf den neuesten Stand gebracht.

"Jeweils drei "Grüne Welle"-Varianten in der Morgenspitze und der Abendspitze bilden das Grundgerüst für die koordinierte, verkehrsabhängige Steuerung", erklärt Thomas Tillmann von der SWARCO TRAFFIC SYSTEMS GmbH in Bochum. Das Teilnetz Mülheimer Str. wird übergeordnet von INES+ (ein Produkt der Schlothauer & Wauer GmbH) gesteuert. Im System INES+ wird das zu steuernde Straßennetz als Modell abgebildet, wobei eine Aufteilung des Netzes in einzelne Abschnitte vorgenommen wird. Jedem Abschnitt werden dabei zahlreiche Eigenschaften zugewiesen (gemessene Freigabezeit, vorhandene Belastung, Geschwindigkeit sowie Kurzzeitprognose der Belastungsentwicklung). Dabei besteht die hauptsächliche Zielfunktion des INES+ Basisalgorithmus darin, den optimalen Auslastungsgrad für den jeweils zu regelnden Bereich zu schalten.

Darüber hinaus werden auch die Minimierung der Reisezeit sowie die Minimierung der mittleren Wartezeit betrachtet. Als zusätzlichen Input übernimmt das BlueRoadConcept (System mit Bluetooth-Sensoren) das Erkennen der Geschwindigkeiten bzw. Reisezeiten auf den einzelnen verkehrstechnischen Abschnitten, die neben den weiteren aktuellen Verkehrsdaten die Grundlage für die optimale Steuerung des Systems und der einzelnen Knotenpunkte in jeder Verkehrssituation ermöglichen. Die Qualitätsanalyse des Gesamtsystems und seiner Komponenten übernimmt das Softwaretool ANNA+ von Schlothauer & Wauer.

Die Qualitätsanalyse bietet die Möglichkeit, einen Vergleich zwischen den theoretischen Annahmen und den realen Auswirkungen vorzunehmen, wodurch eine „Selbsteinschätzung“ des Systems ermöglicht wird. Übersättigungen, Freigabezeitreserven und Störungen der Koordinierung durch Synchronisierungsprobleme können damit schnell ermittelt werden.