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Von Anlieferung bis Produktion auf Gefahrstoffe eingestellt - Teil 1

05.09.2017

Von Anlieferung bis Produktion auf Gefahrstoffe eingestellt - Teil 1

Auf dem Firmengelände der SWARCO LIMBURGER LACKFABRIK in Diez müssen in allen Bereichen spezielle Regeln eingehalten werden.

Bis in den letzten Winkel ist in den Gebäuden der SWARCO LIMBURGER LACKFABRIK alles auf Gefahrstoffe und Gefahrgut programmiert. Denn dort, wo mit gefährlichen Materialien hantiert wird, gelten besondere Vorschriften, die auf allen Ebenen greifen. Im Diezer Werk bedeutet dies, dass alle Einrichtungen explosionsgeschützt sein müssen. Das fängt bei den Steckdosen an, reicht über die Schalter, die Steuerungseinheiten für die Produktion bis hin zu den Maschinen und Staplern. Dazu kommt noch, dass auch bei der Anlieferung, dem Verladen und beim Transport der Produkte besondere Instruktionen zu beachten sind.

Explosionsschutz gilt auf allen Ebenen

Horst Born, Betriebsleiter und Prokurist in der SWARCO LIMBURGER LACKFABRIK, erläutert, welche Richtlinien es generell für die Produktionsstätte gibt. Zunächst ist in einer Verordnung festgelegt, was man unter einem Gefahrstoff versteht. Darunter fällt alles, was brennbar, ätzend oder auf andere Art und Weise schädigend für die Menschen und die Umwelt sein kann. Aufgrund der daraus resultierenden Einstufung, Unterscheidung nach Art der Gefährdung, müssen besondere Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Die Produkte aus dem Diezer Werk fallen größtenteils in die Klasse 3, die auf entzündbare flüssige Stoffe ausgelegt ist, wie beispielsweise Lösemittel und Farbstoffe. Deswegen beginnen die Sicherungsvorkehrungen unter anderem schon beim Bau des Betriebes mit dem Explosionsschutz für alle Anlagen.

Bei Gefahrgut greift besonderes Regelwerk

Alles, was den Transport mit Gefahrgut betrifft, ist im sogenannten ADR-Regelwerk bis ins Detail festgelegt. Es handelt sich dabei um das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, der Schiene und auf Gewässern. Die Abkürzung ADR leitet sich aus dem französischen Original-Titel ab. In dem fast 1500 Seiten umfassenden Verzeichnis lassen sich die Vorschriften in allen Einzelheiten nachlesen. Es beginnt damit, dass für jedes Produkt eine vierstellige Stoffnummer vergeben wird, die sogenannte UN-Nummer. Von einer Expertenkommission der Vereinten Nationen (UN) wurde sie nach Gefährdungspotential der Materialien festgelegt. Die Kennzeichnung muss auf den einzelnen Gebinden genauso angebracht werden wie auf allen Tankwagen. Mit den orangefarbenen Warnschildern kann die Polizei bei Kontrollen die Güter schnell identifizieren. UN 1990 steht beispielsweise für leicht entzündliche Lösemittel oder UN 1866 für Harzlösung.

Sicherungspflicht beginnt schon beim Entladen

Bereits bei der Anlieferung der Rohstoffe, die für die Produktion der Markierungsmaterialien in Diez benötigt werden, setzt die spezielle Sicherungspflicht ein. Zuerst muss die Tanktrasse vom öffentlichen Kanalnetz abgetrennt sein. Mit einem Schieber erfolgt die Absperrung bevor das Entladen beginnt. Sollte es trotzdem doch einmal eine Panne geben und etwas Auslaufen, greift ein weiterer Schutz: Die Flüssigkeit fließt dann in ein unterirdisches Auffangbecken und gelangt nicht in die Umwelt. Damit nichts in einen falschen Tank geleitet wird, besteht eine zusätzliche Absicherung über den Leitstand. Von dort aus erfolgt die Steuerung, dass der Tankwagen richtig angekoppelt ist.

In Teil 2 beschäftigen wir uns mit Gefahrgutverpackungen und der Transportabwicklung. Diesen stellen wir in den nächsten Tagen online.

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