TUNNEL TIERGARTEN SPREEBOGEN (TTS), Stadtstraße B96, Berlin
, 2006
Aufgabenstellung
Ursprünglich als Zwischenlösung gedacht, führt die Bundesstraße B96 geradewegs durch Berlins größte innerstädtische Grünanlage, den Tiergarten.
Für den Bereich des neuen Berliner Zentrums mit dem Regierungsviertel und dem neu gestalteten Potsdamer Platz musste eine effektive Lösung für die Bewältigung und Führung des Verkehrs gefunden werden.
Details
Das Ergebnis ist ein 2387 m langer Straßentunnel zwischen Heidestraße und Landwehrkanal mit Zu- und Ausfahrtsrampen an der Invalidenstraße sowie am Kemperplatz. Neben der Aufnahme des Nord-Süd Durchgangsverkehrs sollte der Anbindung der Lieferzufahrten der Büro- und Dienstleistungszentren von Daimler-Chrysler und des Sony-Centers, sowie der Zufahrt in das Parkhaus am Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) Rechnung getragen werden.
Der Hauptabschnitt besteht aus einem Richtungstunnel mit je zwei Fahrstreifen und einem seitlichen Nothaltestreifen. Die nördlich und südlich anschließenden Tunnelabschnitte weisen jeweils einen Fahrstreifen und einen Nothaltestreifen pro Fahrtrichtung auf.
Die gesamte Tunnelstrecke wurde mit einer Streckenbeeinflussungsanlage ausgerüstet. Um eine Sperrung der Tunnelanlage durchzuführen und den gesamten Verkehr über das vorhandene Straßennetz abzuwickeln, wurde die Tunnelstrecke in eine Netzbeeinflussung integriert.
Im Tunnel selbst reagiert die Tunnelsteuerung auf verschiedene Anforderungen aus
- Gebäudeleittechnik (z.B. Brandalarm),
- Verkehrsüberwachung (z.B. Stau) und
- Verkehrssituation (z.B. Baustelle).
Die entsprechenden Anzeigebilder werden automatisch angesteuert.
Herz der Anlage ist der so genannte "Dirigent", der die Prozesse steuert und überwacht. Hierbei sind über eine komplexe Matrix alle möglichen Anforderungen mit sämtlichen realisierbaren Anzeigezuständen verknüpft. So wird sicher gestellt, dass im Tunnel für jede Anforderung stets eine vordefinierte, automatisch ablaufende verkehrssichere Reaktion der Gesamtanlage erfolgt. Zudem hat der Bediener zu jeder Zeit die Möglichkeit, bei Situationen, die seine Beurteilung erfordern, einzugreifen und durch den Dirigenten die Reaktion der Tunnelsteuerung zu beeinflussen.
Projektinhalt
- Zentralen-Software (UZ2000)
- 61 Streckensstationen
- 258 Wechselverkehrszeichen (LED)
- 28 Wechselwegweiser
- 88 Prismenwender für WWW
- 93 Radardetektoren (davon 64 im Tunnel)
- 8 Leit-/ und Sperrschranken
Realisierung
Baubeginn: Juli 2004.
Verkehrsfreigabe: März 2006
Nutzen
- Begrenzung der Verkehrsbelastung
- Optimierung des Verkehrsablaufes
- Entlastung des Parlaments- und Regierungsviertels vom Durchgangsverkehr
- Wiederherstellung des Natur- und Erholungscharakters des Tiergartens
