GOTTHARD STRASSENTUNNEL, VERKEHRSLEITSYSSTEM, Schweiz
, 2005 / Extension 2008 / 2010
Aufgabenstellung
Mit nur einer Tunnelröhre kann der Gotthard Straßentunnel nur einspurig im Gegenverkehr befahren werden.
Das Verkehrsaufkommen ist sehr hoch, mit einem großen Lkw-Anteil.
Um die Anzahl von Lkws, die sich gleichzeitig im Tunnel befinden, zu reduzieren und Lkw-Kolonnen zu verhindern, muss der Zufluss der Lkws dosiert werden.
Details
Um bessere Sicherheit der Verkehrsströme zu schaffen, werden mit Hilfe eines neuen evolutionären Streckenbeeinflussungssystems die Fahrzeuge auf die entsprechenden Spuren für die Einfahrt in den Tunnel gewiesen, oder die Einfahrt in den Tunnel gesperrt, wenn eine Durchfahrt, z.B. unfallbedingt, nicht möglich ist.
Durch gezielte Dosierung der zufließenden Fahrzeuge sorgt das System dafür, dass sich immer nur eine sicherheitsverträgliche Anzahl von Fahrzeugen gleichzeitig im Tunnel befindet.
Ebenso können LKWs mittels dieser so genannten Tropfensteuerung so "vereinzelt" werden, dass sich keine LKW-Kolonnen bilden können. Dies ist besonders wichtig, um bei einem Brand ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Bei Feuer, Überschreiten der zulässigen CO2-Konzentration oder liegengebliebenen Fahrzeugen werden die notwendigen Signalschaltungen automatisch eingeleitet.
Da alle Kommunikationseinrichtungen redundant aufgebaut sind, kann die Anlage selbst bei einem Kabeldefekt oder Geräteausfall noch gesteuert werden.
Erweiterung 2008 / 2010
Neben weiteren zusätzlichen Betriebszuständen wurden im Auftrag des Bundesamtes für Strassen ASTRA zusätzliche Dosierfunktionen bei Rückstau im Zufluss auf den Gotthardtunnel am Naxbergtunnel und der Galleria Stalvedro errichtet.
Durch ein spezielles Verfahren, welches sich automatisch den Dosiermengen des Gotthardtunnels anpasst, wird erreicht, dass sich der Verkehr nicht in die Bereiche dieser Vortunnel zurück staut, jedoch stets genügend Fahrzeuge vorhanden sind, um bei Bedarf die maximale Kapazität des Gotthardtunnels nutzen zu können. Zudem werden durch diese Maßnahme die Rettungswege für Einsatzfahrzeuge frei gehalten.
Im Zuge der Erweiterung wurde ebenfalls die so genannte Notsteuerung grundlegend erneuert. Sie ermöglicht es, die Lichtsignale (Ampeln) des Tunnels selbst dann noch zu schalten, wenn die gesamte Netzwerkstruktur ausfällt. Durch einfachste Bedienung über “Sofort-Button” kann somit in stressigen Notsituationen schnell reagiert werden.
Projektinhalt
- Zentralen-Software (UZ2000)
- 2 Kopfrechnersysteme mit Web-Server
- 2 Notbedienrechner mit Touchpanel
- 11 Gruppenrechner
- 74 Unterstationen zur Ansteuerung von ca. 500 Signalen und Ampeln
- 47 Erfassungsquerschnitte zur Detektion mit Induktionsschleifen
- 7 Höhenkontrollen
Realisierung
Baubeginn: Januar 2003.
Inbetriebnahme: September 2005.
Erweiterung: Juni 2008 – Juli 2010
Nutzen
- Herstellen eines homogenen Verkehrsflusses
- Warnung vor Rückstau, Feuer und Gefahren
- Besseres Sicherheitsmanagement der Ver­kehrs­ströme und schnelle Tunnelsperrung
- Bewirtschaftung / Dosierung der Kapazität
- Exakte Information über Anzahl der Fahrzeuge im jeweiligen Tunnelabschnitt
